Da wir ja heute nicht so weit laufen wollen schlafen wir erst mal aus, gönnen uns ein kleines petit déjeuner in der Gîte und packen langsam zusammen. Der Weg den Fango entlang entpuppt sich tatsächlich als sehr angenehm. Ein leichtes Gefälle und angenehm zu laufen. Wir kommen so schnell voran, dass wir dann doch noch umplanen. Wir wollen bis Galéria durchlaufen!
Zwischendurch gibt's noch eine Pizza, damit es endlich mal wieder Abwechslung vom täglichen Couscous gibt. Wir kommen ja bald nach Galéria und dort gibt es sicher einen Geldautomaten!
Eigentlich müssen wir jetzt nur noch einen kleinen Berg überwinden und dann sind wir da. Der Weg zieht sich aber lange Serpentinen durch die engen Wälder in denen ich mit meinem großen Rucksack nur gebückt laufen kann. Hier ist mir Julius in der Geschwindigkeit weit überlegen. Hier ist der Weg so urig, dass es einen überhaupt nicht mehr erstaunen würde, wenn hinter der nächsten Biegung ein Zwerg, ein Kobold oder eine Elfe warten würde. Mit dem verbleibenden Weg bis Galéria haben wir uns dann doch etwas verschätzt, so dass wir heute wieder über 10 Stunden unterwegs sind.
In Galéria fragen wir in einem kleinen Supermarkt nach einem Geldautomaten. den gibt es nicht, dafür eine Post, aber die macht erst morgen wieder auf. Wir zählen unser letztes Geld: 17 Euro. Da Daiva Geburtstag hat leisten wir uns eine Flasche Rotwein und etwas zum knabbern für den Abend. Nachdem die Kassiererin alles eingetippt hat, möchte sie genau 17 Euro haben :-)
Am Campingplatz angekommen die nächste Hiobsbotschaft: Auch hier werden keine Kreditkarten angenommen. Für die Rückreise, die wir am nächsten Tag nach Calvi antreten müssen, gibt es einen Bus, aber der Fährt nur einmal am Tag: um 11 Uhr. Die Bushaltestelle ist auch nur 5km entfernt.
So feiern wir am Abend müde den Geburtstag und gehen früh schlafen, denn am nächsten morgen müssen wir wieder früh raus. Das zusammenpacken dauert erfahrungsgemäß schon alleine 2 Stunden.
Um 9 Uhr macht die Post auf und ich bekomme endlich wieder Bargeld. Renne zum Campingplatz, zahle, renne zurück zum Café, wo wir bereits gefrühstückt haben. Dann geht's auf eine nicht gerade schönen Straße zur Bushaltestelle, aber das ist jetzt egal, wir müssen nach Calvi, sonst wird's mit der Fähre eng.
Auf diesen letzten Metern merke ich, dass die ca. 26kg Rucksackgewicht meine absolute Grenze auf Dauer darstellen. So tausche ich mit Gintaras und mit seinen 16kg kommt es mir vor, als ob ich schwebe. |