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Diese Nacht schlafe ich gut. Weil es recht kalt geworden ist, gehen ich diesmal mit
kompletter Montur in den Schlafsack und lege noch die Gore Jacke drüber. So ist es warm genug.
Als ich am nächsten morgen aufwache und mich draußen umschaue, kommen gerade die ersten
Sonnenstrahlen hinter dem gegenüberliegenden Berg hervor. Ein sensationeller Anblick. Sofort wecke
ich Joe, als er 10min. später aus dem Zelt kriecht ist die Sonne zwar schon komplett zu sehen, aber
die Bilder sind doch noch gut geworden.
Die Sonne tut gut. Wir wärmen uns in ihren Strahlen und breiten unsere ganze
feuchte Ausrüstung aus. Während des Frühstücks
genießen wir ein fantastisches
Schauspiel der Natur. Die Sonne heizt die Berghänge auf. Riesige Nebelschwaden steigen auf und
in kürzester Zeit sehen wir nur noch weiß, um nur zehn Minuten später eine traumhafte
Aussicht zu haben.
Gemütlich packen wir unsere recht gut getrockneten Sachen zusammen und machen uns
auf den Weg. Der Präzöllsteig ist sehr angenehm zu laufen. Nicht zu steil, landschaftlich sehr
abwechslungsreich und die sonnendurchflutete Herbstfärbung steuert den Rest dazu bei, was wir
brauchen und absolut glücklich zu sein.
Gegen Mittag kommen wir an einer privaten Hütte vorbei, deren
Terrasse in der prallen
Sonne steht. Hier tanken wir richtig Energie auf. Bis Tanja und Alex kommen bereiten wir das Mittagessen
bestehend aus verschiedenen Nudelsuppen vor. Nochmals wird die Ausrüstung zum trocknen ausgelegt um
die allerletzte Restfeuchte heraus zu bekommen. Nachdem Essen waschen wir uns alle (bis auf Matthias) die Haare.
Tanja ist erstaunt, wie gut das mit dem eisigen Brunnenwasser geht. Reines Bergwasser ist halt energetisch
doch etwas besser als unser Leitungswasser. In der Sonne trocknen selbst Tanjas lange Haar innerhalb
kürzester Zeit.
Weiter auf dem Weg nach Kaltern kommen wir an einem Garten mit betörend duftenden Rosen
vorbei. Einige Zeit verweilen wir, denn wir können nicht genug bekommen. In Kaltern sind wir dann
zu spät zum Kaffee trinken, aber zu früh zum Abendessen und so lassen wir nach einem Besuch
in der Dorfbäckerei auf dem Marktplatz in der Sonne die Seele baumeln.
Um fünf können wir dann endlich zu ersehnten Abendessen, welches von ausgezeichneter
Qualität ist. Nur der abschließende Tiroler Apfelstrudel kann mich nicht begeistern. Ich
liebe einfach den Wiener Apfelstrudel und verspreche den anderen zu Hause den besten Apfelstrudel
überhaupt zu backen. Dieses Versprechen ist mittlerweile eingelöst.
Abends nehmen wir den Bus nach St. Michael und laufen von dort über St. Pauls
im dunkeln hoch zum Kreuzstein. Dort hat die Dorfjugend auf dem schützenswerten Trockenrasen
ein Lagerfeuer entfacht, so dass wir auch keine Scheu haben unsere Zelte in sicherer Entfernung vom
Funkenflug aufzustellen.
Mal wieder zeigen sich Joe's gute Kenntnisse in Wetterkunde. Obwohl fast der ganze
Himmel sternenklar und nur von wenigen Wolken getrübt ist, sagt er den Regen des nächsten
Tages voraus. Matthias und ich wollen nicht daran glauben und so wählt Matthias diese Nacht
um endlich mal seinen neuen Biwaksack auszuprobieren.
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