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"Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen"
(Johann Wolfgang von Goethe)
Südtirol 2007

Mendelkamm (Niederfringerwiesen - Präzöllsteig)

Auch ein ausgedehntes Frühstück halft nicht. Es regnete sich langsam ein. Also schnell abbauen und in die Regenklamotten. Wir entscheiden uns heute den Mendelkamm vorzuziehen, da wir hier nicht so viele Höhenmeter zurücklegen müssen. Außerdem verspreche ich viele Einkehrmöglichkeiten.

Als wir losziehen wollen, weiß ich, warum ich die zweite Trekkinghose eingepackt habe. Joe hat nur eine Jeans dabei und die droht jetzt sehr unangenehm nass zu werden um dann garantiert nicht mehr zu trocknen. Also bekommt er für den Rest der Tour meine zweite Hose. Ist natürlich etwas zu eng, mit einem Gürtel geht's aber schon.

Der Weg ist bei diesem trostlosen Wetter erst mal nicht so berauschend, denn viele hohe Nadelbäume versperren die Sicht. Bisher bin ich den Mendelkamm an dieser Stelle immer nur in die andere Richtung gelaufen, die sehr angenehm ist, da es in erster Linie eben oder bergab geht. Jetzt aber müssen die ca. 300 Höhenmeter zum Penegal nach oben zurückgelegt werden.

Am Penegal angekommen die nächste Enttäuschung bei kaltem Wind und Regen: Das Serafino Hotel ist geschlossen und verlassen. Unser zweites Frühstück besteht daher wieder aus getrocknetem Obst und Nüssen. Es ist zwar nicht ganz so warm wie wir es uns vorgestellt haben, dafür eine herrliche Aussicht und viel frische Luft.

Es hilft alles nichts, weiter geht's, damit wir wenigstens am Mendelpass noch etwas zum Mittagessen bekommen. Da wir schon spät dran sind, nehmen wir nach dem Hotel die Abkürzung über die Straße. Eine gute Stunde später sind wir dann auch am Mendelpass angekommen, wo wir uns sofort in mein Stammlokal begeben. Dort gibt es besten Spaghetti Napoli, von denen ich heute aber nur eine Portion verspeise anstatt die sonst üblichen zwei. Außerdem die seit 15 Jahren nicht alternde Oma, die uns freundlich wie immer bedient. Die Bergluft muss schon sehr gesund sein.

Am Supermarkt frischen wir unsere Vorräte wie geplant auf. Für das sonst obligatorische Shopping ist heute keine Zeit mehr und so geht's weiter zur Halbweghütte, wo ich auf eine Buchweizentorte oder einen Apfelstrudel spekuliere.

Aber auch vom Mendelpass zur Halbweghütte kommt nochmal eine kurze aber giftige Steigung und so brauchen wir auch hier sehr viel mehr Zeit als veranschlagt und erreichen die Halbweghütte gegen kurz nach sechs. Offenbar war heute schon Betrieb, nur mittlerweile ist zu, so dass uns wieder nichts anderes übrig bleibt, als unsere Wasservorräte am Brunnen aufzufüllen und uns auf die Suche nach einem Platz für die Nacht zu machen.

Den ursprünglichen Plan, noch bis zum Roen und Schwarzkopf zu laufen habe ich schon abgeschrieben und so werden wir auch der überetscher Hütte keinen Besuch abstatten können. Dafür bietet sich der Präzöllsteig an, den ich auch noch nie abwärts gelaufen bin. Kurze Zeit später finden wir am Abzweig zum Steig einen herrlichen Zeltplatz mit einer fantastischen Aussicht, einer Bank und einem Tisch.

Doch zunächst heißt es Zelte aufbauen. Jetzt bemerke ich, dass ich heute morgen etwas falsch gemacht habe. Schließlich bin ich zum ersten mal beim zelten in so einen Regen gekommen. Ich habe zwar schon oft genug gelesen, dass bei nassem Außenzelt das Innenzelt separat verpackt wird, aber anscheinend lernt man durch Fehler einfach besser. So legen wir die Rettungsdecke auf den Zeltinnenboden und öffnen alle Lüftungsmöglichkeiten, damit das Zelt noch ein wenig trocknen kann. Weiter stelle ich auch noch fest, dass ein separates verpacken auch nicht geholfen hätte, denn meine ultraleichten Packsäcke sind nicht wasserdicht, so dass der ganze Rucksackinhalt leicht durchfeuchtet. Ist aber mal wieder ein Grund neue Ausrüstung zu kaufen und ich habe auch schon ultraleichte wasserdichte Packsäcke gefunden.

Jetzt gibt's endlich Abendessen. Wir gönnen uns ein drei Gänge Menü mit Nudelsuppe als Vorspeise, Spaghetti Al'Arabiata als Hauptspeise und zur Nachspeise noch ein paar getrocknete Früchte. Geschafft, aber äußerst gut gelaunt beschließen wir den Tag. Später erzählt mir Tanja, dass sie an diesem Abend glücklich wie ein kleines Kind in ihrem Schlafsack gelegen ist. Der fantastische Sternenhimmel lässt auf eine kalte Nacht, dafür auf einen schönen nächsten Tag hoffen.

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Zeltabbau bei Regen
Zeltabbau bei Regen

Der Weg am Mendelkamm
Der Weg am Mendelkamm

Penegal
Penegal

Mendelpass
Mendelpass

Brunnen an der Halbweghütte
Brunnen an der Halbweghütte

Abendessen
Abendessen mit herrlicher Aussicht

 
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