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Regen, am nächsten morgen regnet es in strömen und wir hatten uns schon so auf eine sonnige
Burgentour gefreut. Immer wieder schauen wir in Richtung Tal, ob es nicht doch einen Hoffnungsschimmer gibt, aber da
ist nichts als eine weiße Wand. Wieder versammeln wir uns zum Frühstück im Zelt und beraten. Diesmal
sind wir uns schnell einig. Das ganze Nasse Zeug ins Auto und dann erst mal ohne Gepäck bis Buchwald. Danach sehen
wir weiter.
Der Aufstieg nach Buchwald ist gekennzeichnet von starkem Regen und kaltem Wind. Meine alte JW
Regenhose bewährt sich jetzt. Tanja und Alex hatten in der Vorbereitungshektik leider keine mehr bekommen und
müssen jetzt frieren. Als wir in Buchwald ankommen, sind wir nicht mehr sicher, ob wir heute noch weiter laufen
wollen.
Auf Buchwald werden erst mal die nassen Sachen getrocknet und wir frühstücken ein
zweites mal. Nach dem Frühstück ist draußen nach wie vor nichts als eine weiße Wand zu sehen,
trotzdem schaut es schon etwas besser aus. Als es dann auf Mittag zu geht, setzen wir mit dem
Essen fort.
Die Bratkartoffeln wurden zwar aus der Speisekarte gestrichen, aber für Stammgäste wird eine
Ausnahme gemacht. Zur Nachspeise bekomme ich endlich meine heiß ersehnte Buchweizentorte, von der
ich der Gruppe seit unserem ersten Treffen in Stuttgart vorschwärme. Auch den anderen schmeckt sie sehr gut,
nur Alex ist zu viel Alkohol drin. Komisch, hatte ich bisher nie bemerkt, dass überhaupt welcher drin ist.
Muss wohl am vielen Rotwein liegen, den wir sonst immer in Südtirol trinken. Ein bis zwei Mal im Jahr muss
das Blut mal durchgespült werden und dafür eignet sich der Südtiroler Rotwein ganz
hervorragend.
Nach dem obligatorischen Williams entdecken wir ein paar blaue Flecken am Himmel und sind froh,
dass wir jetzt doch noch etwas laufen können. Hoch auf den Eppaner Höhenweg und dann rechts Richtung
Hocheppan. Im Wald ist jetzt eine mystische Stimmung. Alles ist nass und immer wieder ziehen Nebelschwaden durch
die man auch für die Geister des Waldes halten könnte. Dann wieder bricht kurz die Sonne durch
und taucht die Herbstfärbung in wunderschöne Farben. Als die Sicht mal wieder ganz schlecht ist,
gelingt es uns tatsächlich vom Weg abzukommen und landen auf einem Forstweg, den ich noch nie gesehen habe.
Nach Gefühl laufen wir bergabwärts und lernen so den jungen Hund Felix kennen, der voller Freude mit
uns spielt. Der Bauer des Hofes zeigt uns dann auch wieder den richtigen Weg.
Nachdem wir Perdonig hinter uns gelassen haben beginnt ein ganz besonders schöner
Felsenweg, auf dem Mattias, Joe und ich uns so richtig austoben können. Kurz vor Hocheppan warten wir
dann auf Tanja und Alex, die eine gute halbe Stunde später auch gutgelaunt ankommen. Auf Hocheppan ist
dann das Wetter wieder so gut, dass wir draußen sitzen können. Auch hier gönne ich mir nochmals
eine Buchweizentorte, die hier etwas rustikaler aber auch sehr sehr lecker ist.
Hier entscheiden wir uns, heute nicht mehr zu zelten. Es würde zwar noch irgendwie gehen.
Spass wäre das wohl nicht mehr. Damit wir das Auto noch im hellem erreichen, entscheiden wir uns
Boymont auszulassen und die Straße Richtung St. Pauls zu nehmen. Damit verpassen wir zwar leider wieder
einer der landschaftlich schönsten Teilstrecken auf dieser Tour, aber so haben wir noch einen Grund
mehr, wieder hier her zu kommen.
Und hiermit endet ein kurzer Ausflug in die südtiroler Bergwelt, der völlig anders
verlaufen ist als geplant und trotz des schlechten Wetters bei uns allen in sehr schöner Erinnerung
bleiben wird.
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Hocheppan in Wolken

Williams auf Buchwald

Zurück auf dem Höhenweg

Burghof von Hocheppan

Lichtstrahl hinter Wolken

Blick auf Bozen
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