In diesem Urlaub habe ich festgestellt, dass ich mein ganzes
bisheriges Leben auf Wanderungen mit dem Wetter immer sehr viel Glück hatte,
was erklärt, dass ich noch nie auf die Idee gekommen bin, eine Regenhose
zum überziehen mit zu nehmen. Nicht das das Wetter so schlecht gewesen wäre,
aber neben einem sonnigen Auftakt am morgen, türmten sich bald hohe Wolken auf
und brachten jeden Tag ein bis zwei Wolkenbrüche mit heftigen Hagel und Sturm,
bei denen es sehr stark abkühlte und wenn die Hose mal komplett durchnässt ist und
der kalte Wind drauf steht, wird es doch ein wenig ungemütlich.
Aus diesem Grund waren wir mit den Touren und zwei Kindern etwas
eingeschränkt, da wir das Auto bei diesem Hüttenurlaub eigentlich stehen
lassen wollten (was uns dann aber nicht zu 100% gelang). Von den Möglichkeiten ist
man auch auf diesen einen Kamm beschränkt, aber für eine Woche bleiben
dennoch genug Ziele, ohne dass es langweilig wird.
Finsterkofel
Auf den Finsterkofel (2633m, Karte)
sollte man von der Fitunshütte auf jeden Fall
einmal gehen. Das einzige Problem mit Kindern ist, dass man das Ziel schon sehr früh
das Ziel sieht und es sieht verdammt lang recht weit aus. Belohnt werden die Kinder ab
ca. 100m unterhalb des Gipfels mit tollen Kletterfelsen. Der Gipfelsturm blieb uns leider
verwehrt, da kurz unterhalb eine Regenwand auf uns zuraste, die sich später als
Hagelsturm entpuppen sollte. So wurde die ganze Anraser Alm innerhalb von Minuten von
einer weisen Schicht bedeckt.
Gölbnerblick Hütte
Der Weg zur Gölbnerblick Hütte ist für die Kinder wunderschön:
nicht zu steil, leicht wellig, ohne langweilige Forstwege. Hier und da ein Kletterfelsen. Da kommt keine
langeweile auf. Aufpassen muss man bei den größeren Wiesenflächen, auf denen keine
Markierung mehr existiert. Hier haben wir uns verlaufen und sind Kilometer lang einem schönen
Weg gefolgt, der an einer steilen Wand endete. Durchkommen unmöglich. Dieser Umweg hat uns
2 Stunden gekostet und als wir dann müde an der Hütte ankamen, war leider - trotz
anders lautender Auskunft unseres Hüttenwirtes - niemand mehr da und so blieben wir hungrig.
Aufkommender Regen hat uns dann dazu veranlasst in das Tal hinabzusteigen, welches mit
traumhaften Blumenwiesen durchzogen ist. Um den Kindern den Anstieg bis zu Hütte zu ersparen,
habe ich dann das Auto geholt. Der Regen hat dann auch wieder aufgehört und die Kinder haben
an einer anderen Hütte Spielgefährten gefunden, so dass auch dieser Tag noch ein
schönes Ende fand.
Anras
Auch der Weg nach Anras hinunter ins Tal ist lohnenswert und mit Kindern machbar. Teilweise
etwas steil und man sollte gut auf die Markierungen achten, um sich nicht wie wir kurzzeitig
zu verlaufen und einen steilen Hang wieder nach oben klettern zu müssen. Die Kinder
hatten viel Freude im Kampf mit den vielen Drachen (umgestürzte Bäume) und auch
versteinerte Hufen und Hörner längst vergangener Fabelwesen wurden gefunden. Von Anras aus
haben wir dann noch eine kleine Rundwanderung unternommen, zu deren Abschluss wir dann noch spontan
einen Bergbauernhof besucht haben, auf dem es junge Katzen und Kälber zu bestaunen gab.
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